Selbstversuch: Jetzt dürft ihr mal!

Das Wesen des Fahrrades und des Radfahrens lässt sich auf vielerlei Arten ergründen. Am besten, indem man einfach Velo fährt. Am zweitbesten durch einen sorgfältig durchdachten, wissenschaftlich angelegten Selbstversuch. So wie diesen hier. Oder den.

Getreu unserem Motto „Warum alles selber machen?“ möchte die velopflock-Zentralredaktion heute euch Leserinnen und -aussen (Dank an Peter Schneider, echt, den wollte ich schon immer mal bringen!) Gelegenheit geben, selber einen Selbstversuch (darum heisst er ja so) durchzuführen. Und der geht so: Man nehme ein Blatt Papier und einen Stift. Mit dem Stift zeichne man in beliebigem Detaillierungsgrad ein Fahrrad auf das Papier. Ohne irgendwo abzugucken oder durchzupasuen, versteht sich.

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Erst weiterlesen, wenn das Velo gezeichnet ist. Wo sind wir denn!

Das Ergebnis könnte nun beispielsweise so aussehen:

Keine Ahnung, wieso meine Kinder mir immer wieder Fahrräder zeichnen! Aber mir gefallen sie to-tal.
Keine Ahnung, wieso meine Kinder mir immer wieder Fahrräder zeichnen. Aber mir gefallen sie to-tal.

Wenn ihr nun eure Zeichnung mit der Realität vergleicht, wird es die eine oder andere Abweichung geben. Nicht enttäuscht sein, bestimmt habt ihr dabei auch etwas gelernt. Vielleicht, dass ein Velo doch gar nicht so simpel aufgebaut ist, wie ihr gedacht habt. (Daraus könnte man dann den Schluss ziehen, dass euer Velomechaniker vielleicht doch eine Daseinsberechtigung und sogar einen Anspruch auf einen fairen Lohn hat.)

Der italienische Designer Gianluca Gimini [Dschanl:ukha Dschim:ini] staunte einmal nicht schlecht, als ein Freund nicht imstande war, spontan ein einigermassen naturgetreues Velo zu Papier zu bringen. Daraufhin fing er an, weitere Personen in seinem Umfeld Fahrräder zeichnen zu lassen. Schliesslich  wählte er einige originelle Versuche aus, setzte sich an den Computer und fertigte fotorealistische Bilder davon an. Das ganze Projekt nennt er Velicopedia und hofft, dass sich bald einmal ein Gönner findet, der den nächsten Schritt finanziert, den Bau einer dieser Höllenmaschinen.

Hier zwei Beispiele (Bilder von http://www.gianlucagimini.it/prototypes/velocipedia.html):


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Ja, da muss man doch zweimal hingucken und sagen: Kids, don’t try this at home! 

Der Selbstversuch ist hiermit beendet, und wer nun enttäuscht ist, ist selber schuld und muss sich bis zum nächsten Post gedulden. Wir finden: Der Ansatz von Gianluca Gimini ist äusserst originell und aufschlussreich und passt gut zum zweihundertsten Geburtstag der Draisine. Der Freiherr hätte ordentlich Respekt vor diesen Zeichnungen, da bin ich mir sicher. Der wüsste deren ausgeklügelte technische Details zu schätzen wie ein Radprofi an einem regnerischen Aprilsonntagnachmittag in Roubaix die Dusche. Gianluca Gimini ist übrigens nächsten Monat (ja , wir haben schon Februar!) an der Berliner Fahrradschau zu Gast.

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