Was wir von den Römern lernen können

„Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.“, soll einmal ein Stadtplaner in einer Arbeitsgruppe gesagt haben, deren Auftrag es war, einer Stadt ein velofreundliches Verkehrskonzept zu verpassen. Was er meinte: „Lasst uns jetzt mal in Ruhe arbeiten, und übermorgen werdet ihr eure Anliegen dann schon vergessen haben.“ Der Spruch hat aber tatsächlich eine grosse Bedeutung, wenn es um die Gestaltung, möglicherweise gar Förderung! – des Radverkehrs in Schweizer Städten geht. Vielleicht auch in deutschen, aber in Deutschland gibt es doch einige Städte, da bricht man nicht gleich in schallendes Gelächter aus, wenn sie als fahrradfreundlich bezeichnet werden. „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“ heisst nämlich nicht, dass mit dem Bau von benutzerfreundlicher Infrastruktur zweitausend Jahre gewartet werden kann. „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“ heisst nämlich auch „Was nicht ist, kann noch werden“. Das zeigt die Geschichte von Amsterdam.

Sichere, komfortable und durchgängige Veloverbindungen (auf der Fahrbahn oder abseits davon, je nach Situation) und wetterfeste, diebstahlsichere und geschickt platzierte Abstellanlagen aller Grössen braucht es jetzt. „Geht nicht hier!“ sagen Verantwortliche (Planer, Behörden und Politiker) dann gerne (siehe oben), und um ihren Job, eine geeignete Lösung zu finden, sind sie in der Tat nicht zu beneiden. Dennoch ist es ihr Job, und den sollten sie gut und mit gutem Willen machen. Und hier kommen Rom und Amsterdam ins Spiel. Amsterdam bietet den Radfahrern so viel Komfort, dass sie in riesigen Mengen unterwegs sind. Und der Verkehr ist flüssig und sicher. Aber Amsterdam wurde nicht so gebaut, wie es heute dasteht. Das gilt es sich eben vor Augen zu halten: in den 1960ern drohte die Stadt im Autoverkehr zu ertrinken.

amsterdamautos

Dann hat sie sich befreit, weil die Einwohner und die Verwaltung das wollten. Der Rest ist Geschichte.

amsterdamvelos

Deswegen darf und kann man in Amsterdam aber auch heute immer noch Auto fahren, zu Fuss gehen oder die Strassenbahn benutzen.

amsterdammix

Vieles ist also möglich. Dieser kurze Film zeigt das prächtig:


Also bitte in Zukunft weniger „Geht nicht!“ und mehr „Wie am besten?“

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