Platz da für social media!

Heute habe ich mich für einen Workshop zum Thema „Soziale Medien und ihr Einsatz für die Veloförderung“ angemeldet, organisiert von einer grossen nationalen Fahrrad-Lobby-Organisation.  Dass Velopflock nicht auf Twitter ist, bedeutet nämlich auf gar keinen Fall, dass sich auf der Velopflock-Hauptredaktion nur Technikverweigerer oder Internetverdrossene tummeln. Nein! Wie beim Velofahren sind wir auch beim Bloggen nicht rück-, sondern vorwärts gewandt. Und manchmal seitwärts geneigt.

Unter social media verstehen wir einfach in erster Linie, dass wir mit der Gesellschaft teilen, was uns an Interessantem, Lesens-, Hör- oder Sehenswertem vors Visier gerät. In diesem Sinne verraten wir Euch ab heute in loser Folge, welche Sites wir morgens zuerst ansteuern, wennn wir den Laptop aufklappen, welche Magazine wir abonniert haben, und welche Bücher nie vor unserer Haustür landen werden mit dem Hinweis „Zum Mitnehmen“.

Zum Anfang lassen wir gleich eine ganz grosse Katze aus dem Sack.

The One And Only: The Bike Show on Resonance 104.4 FM

Wir nehmen es gleich vorweg: Besseres werden wir unter dieser Rubrik nicht mehr zu bieten haben. Ein privater Radiosender in London strahlt seit 2004 an den meisten Montagabenden – in einer Sommer- und einer Wintersaison – die meist halbstündige Sendung von Jack Thurston aus. Und was Jack da serviert, ist unter den Velo-Radio-Sendungen der Leader im Peloton, die Nabenschaltung, die 60-km-Abfahrt in den Sonnenuntergang, der flowige Singletrail, das edle Lenkerband, die schön-praktische Hinterradtasche und der breite Veloweg. Deswegen verehren wir Jack. Er erzählt – aus britischer Warte, wo dies eine Rolle spielt – über alle Facetten des Fahrrads, über Velokultur, Radreisen, Geschichte, Lobbying, Verkehrspolitik, Literatur oder Veranstaltungen in allen möglichen Zusammenhängen mit dem Velo. Ob kilometerlange Kunstinstallation entlang eines Radweges, die Rolle der Tour de France bei der Emanzipation der Arbeiterklasse, Bikesharung-Systeme in europäischen Grossstädten oder der Dunwich Dynamo – Jack hat über alles schon berichtet. Auch über die Slow Food-Bewegung in Italien, übrigens, oder seine Reise von Kanada nach New York, als es ihn am zweiten Abend dermassen auf die Seite legte, dass er die Tour abbrechen musste. Seine Studiogäste versteht man zwar nur, wenn man eine Weile in England gelebt hat, aber das macht nichts, allein das Zuhören macht schon Spass. Wahrscheinlich hat Jack das rollende Interview erfunden (schön, wie sie immer schnaufen beim Sprechen). Zahlreiche der hier noch zu besprechenden Bücher haben wir von ihm empfohlen gekriegt. Der Humor bleibt nie auf der Strecke, kritische Neugier und britische Zurückhaltung paaren sich ideal (nämlich so, dass wenig von Zurückhaltung spürbar ist), aber der Ton ist immer – eben britisch. Die Musikauswahl ist grossartig, die Jingles legendär. Wer Jacks Velowelt illustriert haben möchte, blättert online in seinem wunder-wunderschönen Buch „Lost Lanes“.

Das beste: The Bike Show gibt’s auf iTunes, dort sind auch alle bisher gesendeten Sendungen zum Senden bereit. Wer nicht genug Englisch versteht, um den Sendungen folgen zu können, hat nun mehr als Grund genug, sofort einen mehrwöchigen Sprachaufenthalt zu buchen – am besten in Great, Great Britain. Châpeau!

PS: Jack kennt uns nicht und hat uns auch nichts geschenkt, versprochen oder angedroht. Ehrenwort!

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