Weihnachten war ganz in Ordnung. Bis auf eine Kleinigkeit.

Zeitgemäss wäre es wohl , wenn hier ein Jahresrückblick abgedruckt würde. Weil aber spassorientiertes Velofahren, und darum soll es in diesem Blog gehen, per definitionem eine ganz und gar individuelle Angelegenheit ist, kann der Jahresrückblick eines Einzelnen überhaupt nicht von allgemeinem Interesse sein. Falls sich aber jemand damit gar nicht abfinden kann: Es war toll, das Wetter war recht gut, wir sind furchtbar viel Rad gefahren, bergauf, bergab und zwischendurch auch mal flach. Wir haben bis dato 49 Posts gepostet, weshalb dieses hier der fünfzigste ist (Jingle!). Deshalb lassen wir es dann morgen gleich bleiben und melden uns im neuen Jahr wieder. Das gibt uns auch Zeit für ein paar letzte Pedalumdrehungen im 2015.

Durchaus interessant könnte aber ein Rückblick auf Weihnachten sein, das ist noch nicht so lange her, und darum ist ein Rückblick weniger anstrengend als der auf ein ganzes Jahr. Weihnachten war soweit ganz in Ordnung. Wie jedes Jahr hatte ich akribisch für meine Verwandt- und Bekanntschaft Tipps gesammelt, was man mir denn so alles Tolles schenken könnte. Die ganze Litanei hatte ich als Wunschbüchlein formuliert, mit geschmackvoll wenig Glitzer aufgemotzt und der zentralen Meldestelle (eine der zahlreichen Funktionen, welche meine Frau löblicherweise innehat) zur flächendeckenden Verbreitung eingereicht.

Und wie jedes Jahr kam es anders als gedacht. Nicht, dass ich an meinen Geschenken keine Freude hätte, das nicht. Aber die Schnittmenge zwischen dem, was für mich unter dem Baum lag und meinem Wunschbuch war erneut erschreckend klein. Um nicht zu sagen null. Abgesehen vom Whisky. Als wirklich gar kein geschenkähnlicher Gegenstand mehr unter der Staude von Christbaum zu sehen war, entschuldigte ich mich kurz von der seligen Gesellschaft und verliess gemessenen Schrittes den Raum. Führte ich ein Trainingstagebuch, so könnte ich diese paar Schritte als intensive Einheit verzeichnen, so viel Selbstbeherrschung verlangte mir das ab. Im Keller liess ich meinen Gefühlen freien Lauf. Nachdem ich dann die Trümmer der Werkbank aufgeräumt und die Tränen getrocknet hatte, kehrte ich, die Gelassenheit in Person,  ins Wohnzimmer zurück mit dem festen Vorsatz, dass das nächstes Jahr anders werden muss. Ganz anders.

Und damit das nächstes Mal anders wird, erlaube ich mir, die Macht des Internets zu beschwören und ein paar Sächelchen aufzuzählen, mit denen man mir auch eine Freude hätte bereiten können. Nur so als typähnliche Beispiele, sozusagen. Damit meine Wunschliste nicht wieder in der Sparte „Fantasy“ landet.

  • 1 Moulton TSR 30-Tourenrad, weil das einfach todschick aussieht und ssich entsprechend fährt:Moulton TSR 30 TE DBS
  • 1 Regenponcho von Cleverhood (wer sagt, Weihnachtsgeschenke seien billig? Ausserdem sind die besten Weihnachtsgeschenke die, welche man sich selber niemals kaufen würde, und das trifft hier sicher auf mich zu):cleverhood
  • 1 Hase Pino Touren-Tandem, weil es viel günstiger ist als zwei Jahresabos auf dem Balkon in der Oper und dennoch die bessere Aussicht bietet (vorn):Hase Pino
  • 1 Outdoor-Axt von Gränfors, mit Futteral, weil man auf Radtouren einfach nie wissen kann:Graenfors
  • 1 Cargobike Bullitt, gerne in Mango oder wie auch immer die Farbe heisst, weil da viele nützliche Dinge und nette Personen reinpassen:Bullitt

Das mag jetzt alles furchtbar unbescheiden wirken, aber so ist es nicht. Es handelt sich hier vielmehr um eine klassische Win-Win-Situation (nein, nicht „für beide“, denn das wäre eine Tautologie, sprich doppelt gemoppelt): Ich habe eine tierische Freude, und der Schenker kann sich wirklich auf sämtliche Schultern klopfen für seinen Geschmack, seine Grosszügigkeit und dafür, dass er einen zufriedenenen Menschen erschaffen hat (nämlich mich). Das gibt ihm doch auch Befriedigung (nein, nicht „Selbstbefriedigung“, das wäre zwar keine Tautologie, aber eine Schweinerei) und eine unheimliche innere Ruhe. Gerade zu Weihnachten!

Auf Anfrage gebe ich übrigens gern auch das Datum meines Geburtstages bekannt, falls jemand an Weihnachten schon zu viel Stress hat mit dem Beschaffen von irgendwelchen Geschenken für irgendwelche verwöhnten Konsum-Geiseln. Man ist ja flexibel und hilft, wo man kann.

Ein frohes neues Jahr!

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2 Gedanken zu “Weihnachten war ganz in Ordnung. Bis auf eine Kleinigkeit.

  1. Also ich habe ein total cooles Geschenk gekriegt: mein Sohn hat die Nähmaschine meiner Schwiegermutter bis auf die letzte Schraube zerlegt, alle Teile in eine Schachtel gelegt, und «Papa» draufgeschrieben. Selten so gelacht! Und wer hat schon einen 230 VDC Elektromotor? Den könnte ich ja an eins meiner Velos schrauben und hätte dann sozusagen ein E-Bike. Aber das hat ja jeder, und ich will das ja bekanntermassen nicht wirklich.

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