Neuste Forschungsresultate aus der Welt des Fahrradfahrens: Less cars – more bicycles – better air quality!

Selbst die dümmsten Zeitungen bringen immer wieder Meldungen über neue wissenschaftliche Studien – je tiefer das Niveau des Blattes, desto häufiger belächeln diese Artikel den Zweck der jeweiligen Studie oder wollen diese als kompletten Humbug darstellen. Allerdings ist es für Laien meistens schwer möglich, Sinn oder Unsinn hinter einem Forschungsprojekt zu beurteilen – insbesondere aufgrund einer Meldung in einem Gratisblatt. Wenn Sie kein Physiker sind, werden Sie mit einer Meldung über eine Veröffentlichung mit dem Titel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ auch nicht viel anfangen können – diese hat nämlich überraschenderweise nichts mit E-Bikes zu tun, sondern ist 1905 von einem gewissen A. Einstein geschrieben und zur Grundlage für die spezielle Relativitätstheorie geworden.

Heute jedenfalls habe ich nicht in einer dummen Zeitung, sondern auf einer staatlichen Website von einer wissenschaftlichen Studie gelesen, deren  Resultate auf den ersten Blick banal wirken. Ein Forschungsauftrag der European Cyclist’s Federation ECF zeigt nämlich, dass in einer Stadt die Luftverschmutzung abnimmt, wenn mehr Fahrrad gefahren wird in dieser Stadt.

ECFBoah! Das klingt jetzt dermassen logisch und nahe liegend, dass man die Studie für überflüssig halten könnte. Ist sie aber nicht, denn

  1. dieser Zusammenhang leuchtet zwar ein, muss deswegen aber noch lange nicht tatsächlich bestehen; er könnte auch auf Vorurteilen, verzerrter Wahrnehmung oder Hörensagen beruhen. Damit ist jetzt aber Schluss, denn nun gibt es eine wissenschaftliche Basis für diesen Zusammenhang (den gab es wohl schon vorher, aber nun ist er noch ein bisschen mehr erhärtet).
  2. mit wissenschaftlichen Studien kann man doch wesentlich besser argumentieren, wenn man jemanden davon überzeugen will, seine Karre aus Nächstenliebe mal zu Hause zu lassen.
  3. sie belegt nicht nur den blossen Zusammenhang, sondern zeigt auch auf, welche Massnahmen daraus abgeleitet werden können, um die Luftqualität in den Städten dann auch tatsächlich zu verbessern.
  4. sie zeigt schliesslich auch auf, welche Massnahmen aus der Vergangenheit eben nichts gebracht haben.

Machen Sie es wie die meisten Politiker, Journalisten, Lehrer oder Diskussionsteilnehmer: lernen Sie den Titel der Studie und einen, höchstens zwei Schlüsse daraus auswendig und zitieren Sie das ganze, und schon kommen Sie in jeder Debatte (Thema ganz egal) als wahnsinnig gebildet rüber. Wenden Sie diese Fertigkeit täglich auf zwei Auto fahrende Mitmenschen an, und das Klima wird in wenigen Jahren gerettet sein – wenigstens hier in der Schweiz. Und das ist an einem Tag, an dem das Radio meldet, dass der Rückbau des AKW Mühleberg zwecks Energiewende in etwa gleich viel kostet wie sein Bau, doch eine richtig gute Meldung! (Obwohl es natürlich schon auch toll ist, dass dort in Mühleberg dereinst 200 Menschen für 15 Jahre beschäftigt sein werden.)

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