Jack is Back und warum mich das erschreckt hat

Die gute Nachricht zuerst: The Bike Show ist wieder auf Sendung. Zwar nicht mit einer ganzen Wintersaison wie in anderen Jahren, aber immerhin mit zwei Sendungen im Dezember, nachdem die letzte im September erschienen war und die vorletzte im Juni. Schlimmes stand zu befürchten. Und nun hat Jack Thurston für die nächste Sendung im neuen Jahr „news about the future oft The Bike Show“ angekündigt. Das trägt nicht gerade zur Hebung meiner Festtagsstimmung bei. Erst hat er geheiratet, dann ein Buch geschrieben und ein zweites angefangen und im vorletzten Herbst ist er offenbar von London nach Wales gezogen. Der will doch nicht etwa aufhören mit seiner Sendung? Bitte schreiben Sie ihm ein E-Mail, das nicht zu tun (bikeshow@resonancefm.com). Ich habe das auch so gemacht im November, und fürs erste hat es bestens funktioniert (siehe oben).

Und nun gleich weiter zur schlechten Nachricht. Die wurde in der letzten Folge von The Bike Show verkündet. Da stellte er, assistiert von Autoren, wie jedes Jahr lesenswerte Bücher zum Thema Velo vor, die übers vergangene Jahr erschienen sind. Und mitten in einer dieser Buchbesprechungen fiel der Satz:

„Of course, there are more important things in life than riding a bike.“

Hatte ich recht gehört? Ich dachte, Jack macht diesen Podcast, weil es im Leben nichts Wichtigeres gibt, als Velo zu fahren! Und nun soll das plötzlich falsch sein? Das wäre ja, wie wenn die USA ihren Treibhausgas-Ausstoss freiwillig reduzieren wollten, Wölfe zu Veganern würden und die FIFA nicht mehr sich selbst bereichern, sondern den Weltfussball fördern wollte. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Nun soll man ja gegenüber Dingen wie fremden Kulturen, ausserirdischem Leben oder andersdenkenden Menschen angeblich offen und unvoreingenommen sein, und diese Aussage („Of course, there are more important things in life than riding a bike.“) schien mir eine prächtige Gelegenheit, meine diesbezügliche Aufgeschlossenheit zu demonstrieren oder mindestens zu üben. Ich ging also in mich, und als ich wenig später wieder herauskam, hatte ich erkannt: es gibt tatsächlich wichtigere Dinge im Leben, als Rad zu fahren. Und weil ich nicht nur aufgeschlossen bin, sondern auch gelernt habe, zu teilen, folgt hier eine Liste der Dinge, welche dafür in Frage kommen könnten (in beliebiger Reihenfolge):

  • atmen
  • essen
  • sich fortpflanzen
  • Freundschaften pflegen
  • keine Esswaren wegschmeissen
  • nicht unnötig Auto fahren
  • alle Leute behandeln, als ob sie freundlich wären, bis sie das Gegenteil bewiesen haben
  • keine Tiere quälen
  • nach dem kategorischen Imperativ von Kant leben
  • Freude haben, wenn man ein Velo fährt
  • kein Privatfernsehen gucken, solange man nicht mit vorgehaltener Waffe dazu gezwungen wird

Das Schöne an dieser Liste ist, dass sie jeder, wirklich jeder ganz nach seinem Geschmack erweitern kann, oder auch nicht. Auch ich könnte noch weiter machen. Oder noch besser, ich könnte eine zweite Liste anfangen mit Dingen, die eben genau NICHT wichtiger sind als Radfahren, obwohl man das bei oberflächlicher Betrachtung meinen könnte (erneut: Reihenfolge beliebig):

  • Gartenarbeit
  • Zeitung lesen (insbesondere die Leserbriefe; uäch)
  • rasieren
  • Mountainbikemagazine anschauen
  • die Nase schneuzen
  • Fahrradblogs führen (nun wisst ihr, weshalb ich zeitweise nur jeden zweiten oder gar dritten Tag poste. Jetzt, wo‘s raus ist, fühl ich mich irgendwie erleichtert. Schnief.)
  • Kriege führen
  • täglich in der Kneipe hocken
  • öffentlich-rechtliches Fernsehen gucken

Nun habe ich also etwas gelernt von The Bike Show: Es gibt Wichtigeres im Leben, als Rad zu fahren. Und damit gibt es zwei gute und keine schlechten Nachrichten. Mit diesen Gedanken möchte die Velopflock-Zentralredaktion euch in die Festtage entlassen und wünscht euch besinnliche Weihnachten mit gutem Wein und ordentlich Gebäck. Sollte der Winter sich doch noch in unsere Gefilde bequemen und so weiteres Radfahren verhindern, könnte es durchaus sein, dass wir uns nochmals hören vor dem Jahreswechsel. Ride on, wie Jack sagen würde.

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