Für einmal uneingeschränkt: Ja, Velofahren in der Schweiz ist nicht so übel.

Letzte Woche ging es hier darum, dass die Velo fahrenden sich zu schnell zufrieden geben mit den lumpigen Fragmenten von Fahrrad-Infrastruktur, die ihnen hingeschmissen werden-  nicht zu reden von den Nicht-Velo-fahrenden, die sowieso jeden Tropfen gelber Farbe am rechten Strassenrand für Verschwendung halten.

Liest man aber Eben Weiss‘ Artikel in der Washington Post über den Terror-Angriff auf dem Radweg in New York letzte Woche und dem alltäglichen Terror auf den Strassen, kann man nicht anders als festzustellen: In dieser Hinsicht geht es uns in der Schweiz (ich kann nicht für Deutschland sprechen, mangels Erfahrung) noch recht gut. Road Rage ist noch die Ausnahme. Jeder Unfall ist einer zu viel, aber die Zahlen für die Schweiz sind noch nicht in einem derart irrwitzigen Bereich wie in den USA. Aber damit das keiner vergisst: 2016 starben 24 Velo fahrende auf Schweizer Strassen. Beinahe einer jede zweite Woche!

Noch. Gemeint ist „noch“ und „noch nicht“! Die tröstende Feststellung nach der Lektüre von Weiss‘ Artikel (er ist der BikeSnob NYC, übrigens), dass es anderswo dem Velo und seinen Menschen schlechter geht als bei uns, darf uns nicht dazu verleiten, durchzuatmen und weiter zu zappen. Stattdessen sind alle, stimmberechtigt oder nicht, dazu aufgerufen, im Alltag alles zu unternehmen, damit bei uns die Tendenz zu Übergriffen auf Unfallopfer, voreilige Schuldzuweisungen an Verunfallte oder Rückbau von Veloinfrastruktur nicht verstärkt wird. Denn diese Tendenz gibt es, man braucht sich bloss die Petitionen im Bundesparlament aus dem rechtsbürgerlichen Lager anzuschauen oder aufmerksam Gratiszeitungen zu lesen. Und wie machen wir das? Aufs Velo sitzen und irgendwohin fahren, natürlich. Geben wir uns safety in numbers!

(Beitragsbild: Der Bund)

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