Blitzdingst die Menschheit!

Die guten Ideen kommen einem nicht beim Sitzen auf dem Klo, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Sondern beim Sitzen auf dem Velosattel. So entwickelte ich kürzlich die Lösung für gleich mehrere der dringendsten Probleme der Menschheit. Beinahe, immerhin: Die Menschheit muss ihr Gedächtnis verlieren, um einen unverstellten blick auf die Vorteile dees Velos als transportmittel haben zu können. Und dann werden plötzlich alle Rad fahren!

Die grossen Fragen

Ich karrte gerade die ausserhalb des Hauses wieder verwertbaren Überreste unseres Erste-Welt-Konsumenten-Daseins zum Recycling-Hof und hing den Gedanken nach, die gerade zuvorderst hinter meinem Stirnlappen sassen: Wie komme ich in den nächsten vier Wochen noch zu ausreichend schlauen Weihnachtsgeschenken in ausreichender Anzahl? (Lösung: Gar nicht. Versuchen, das Gesicht irgendwie zu wahren.) Wer wird nächstes Jahr die Tour de France so spannend machen wie es Julian Alaphilippe dieses Jahr getan hat? (Lösung: Niemand. Die Roboter aus England werden auch 2020 gewinnen, ohne zu begeistern.) Und wie immer: Warum fahren eigentlich nicht mehr Menschen auf Velos herum, wo es doch so unfassbar viel einfacher, schneller und lustiger ist, als zu Fuss zu gehen? Antwort (keine Lösung): Zu komplex, um hier wieder gegeben zu werden.

Was womit vergleichen?

Aber ein zentraler Aspekt wurde mir auf der Tour durch unser Dorf, das ausserhalb der Stosszeiten äussrst beschaulich ist, klar: Die Menschen vergleichen, wenn sie ihr Haus verlassen und ihr Verkehrsmittel wählen, das Velofahren mit dem Autofahren. Bei oberflächlicher Betrachtung kann das leicht zu einem Irrtum führen: dass Autofahren immer und vor allem überall die bessere Option sei als Velofahren. Stattdessen sollte das Zufussgehen gegen das Velofahren abgewogen werden. Wie viel einfacher ist die Fortbewegung im Sattel, wie viel schneller kommt man vorwärts! Eine Erfahrung übrigens, das sich am Ende jeder Wanderung einstellt.

K hat die Lösung

Die Krux: Wie bringt man den Menschen dazu, diese und nicht jene Betrachtung anzustellen? Die Antwort hatte ich wenige Tage zuvor bereits erblickt, als ich ein Velo reinigte. Ich beutzte dazu einen Lappen, der einmal die Vorderseite eines T-Shirts gewesen war. Darauf stand, weiss auf schwarz: Men in Black.

Für die zu spät Geborenen: Blitzdingsen nennt sich die Technik, mit der Undercover-Alien-Jäger ungebetenen Zeugen ihrer Aktivitäten die Erinnerung nehmen.

Wenden wir das auf uns selber an, auf die gesamte Erdbevölkerung! Ein grosser Blitz, und alles wird gut. Die technischen Details sind noch zu klären, man beachte aber die Sequenz in obigen Ausschnitt, in der der grossartige Tommy Lee Jones irgendwelche Parameter an seinem Blitzdingsbums einstellt. Verwundert werden sich die Menschen umschauen und neugierig ihre neuerdings unbekannte Umgebung erforschen. Und zwar zu Fuss, denn das ist die naheliegendste Bewegungsform für die meisten Spezies. Bald aber werden sie auf eigenartige Metallgestelle stossen, mannigfaltig in Farbe und Form. Sie werden sie aufrichten, ihre weichste Stelle und die weichste Stelle der Gestelle in Kontakt bringen, und der Rest wird Geschichte. Die nahe liegendste Art der Fortbewegung wird absurderweise nicht wegen ihrer unglaublichen Vorzüge, sondern bloss mangels Alternativen zur am weitesten verbreiteten. Auch egal.

Das Auto aber wird nicht wieder entdeckt werden, denn keiner weiss, wo der Zündschlüssel liegt. Die Menschheit wäre gerettet.

BLITZ!

(Na?)

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