Upcycling in bicycling!

‚Man muss ja nicht alles selber machen‘, ist einer unserer Leitsätze hier bei velopflock. Jetzt pass aber auf: der Satz gilt umgekehrt auch! Nicht im Sinn von ‚Nehcam rebles sella thcin aj ssum nam‘, sondern eher so: ‚Man muss ja nicht alles machen lassen.‘ Hätten die Erfinder des Fahrrades damals ein Velo kaufen wollen, statt es selber sich auszudenken, dann wären wir wohl heute noch zu Pferd unterwegs. (Ich muss zugeben, dass dieses Szenario nicht so bedrohlich wirkt wie jenes, welches der warme Dezember gerade wieder nahelegt.) Jedenfalls: Die Umkehrung unserer Losung fiel mir kürzlich ein, als ich in unserem Instagram-Feed auf folgendes ikonisches Bild stiess:

‚Schmutzige Schuhe nach dem Radfahren? Das muss nicht sein!‘ sagte eine Stimme in mir. Ich schaute mir den Spritzschutzlappen an meinem Alltagsrad einmal genauer an:

Ja, ich habe einen! Aber das Ding hat nie ganz gesessen, denn mein Rad war ohne Spritzschutz zu mir gekommen, und als ich so ein Teil auf einem Radweg entdeckte, nahm ich es mit und montierte es, so gut es eben ging. Es ist nicht furchtbar gross, musste ich erkennen, und statt im Internet etwas zu bestellen, beschloss ich, selber einen besseren Spritzschutz herzustellen – siehe ganz oben! Anleitungen dazu gibt es im Netz mehr als genug, aber ehrlich: braucht man eine solche?

Als erstes suchte ich im ganzen Haushalt nach geeignetem Material. Fündig wurde ich in der Schublade mit Elektronik-Kleinteilen. Dort gab es die Hülle meines ersten Smartphones, hergestellt aus alten Lastwagenplanen von einem bekannten Unternehmen mit dem Namen eine Wochentages. Diese schien mir geeignet, zumal die Farbe vorzüglich mit der meines Rahmens harmonierte, und ich trennte die beiden Hälften voneinander:

Weil ich mich nicht recht entscheiden konnte, welche Hälfte besser zum Spritzschutzlappen taugte, und da einer allein sowieso etwas klein war, entschied ich mich kurzerhand, die beiden wieder zusammenzunähen, so gut meine Kloben von Fingern das zuliessen:

Das war nun tatsächlich eine kleine Verbesserung gegenüber der vorherigen Lösung:

Ich schätze, die Fläche hat sich glatt verdoppelt. Also wird künftig nur noch die Hälfte der Tropfen, die an meine Schuhe wollen, auch tatsächlich dort aufschlagen! Ich war hochzufrieden mit dem Resultat und vollzog den letzten Schritt, die Montage.

(Dass das letzte Bild nachts aufgenommen werden musste, heisst nicht, dass ich mehrere Stunden für die Herstellung des Spritzschutzlappens gebraucht hatte. Es ist einfach so, dass ich auch ein Erwerbsleben habe. Wenn auch nicht vollkommen freiwillig.)

  • Schwierigkeitsgrad: 3 auf einer Skala von 1 bis 10.
  • Kosten: keine, wenn man eine Schublade mit Elektronik-Kleinteilen besitzt.
  • Zeitaufwand: Weniger als eine Stunde.

Daraus folgt: Wer diesen Artikel umgehend nach der Veröffentlichung liest, hat noch alle Zeit der Welt, um an Weihnachten eine Velobesitzerin oder deren männliches Pendant glücklich zu machen.

Frohes Fest, oder anders gesagt: Just ride!

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