Grüsse aus dem Jenseits

So unglaublich das klingt: Es gibt Tage, da macht es nicht so Spass, mit dem Velo rauszugehen. In äusserst extremen Einzelfällen ist sogar davon abzuraten, zum Beispiel in hohen Breitengraden im Winter oder wenn gerade ein Jahrhundert-Hurrikan tobt. Dann kann man als velophile Person zu verschiedenen Tricks, Alternativen und Workarounds greifen. Ein Beispiel dafür haben wir auf Instagram vorgestellt. Aus aktuellem Anlass – draussen liegt unüblich viel Schnee für diesen missratenen Winter – folgen hier noch ein paar weitere Trostpflästerchen für verhinderte Velofahrende.

Rollentraining: Ist ja ganz toll für Sportler, weil ihr Hintern dann bereits an den Sattel gewöhnt ist, wenn es mit dem Training im Freien losgeht. Der Unterhaltungswert ist aber äusserst dürftig, auch wenn gerade eine Industrie entsteht, die ausgefeilte Simulationen von Rennstrecken oder sogar Rennen anbietet.

Planen: Sich aufs Bett legen, Augen zu und sich vorstellen, wo man schon immer mal hin wollte mit dem Velo. Das kann dann zwar die Mongolei sein oder Land’s End – John O’Groats, muss es aber nicht. Ausfahrten mit Übernachtung in der Nähe, so genannte Overnighter, machen sich ebenso gut auf jeder Liste wie eine fixfertig vorgeplante Veloroute oder ein Städtetrip mit Fahrrrad. Wichtig: sich gleich ein Datum reservieren oder sofort Reisebegleitung rekrutieren, sonst wird das wieder nix.

Bilder anschauen: Wie im oben erwähnten Instagram-Post beschrieben: sein eigenes Fotoarchiv durchsuchen und die Schnappschüsse von längt vergessenen Velotouren mit ebenfalls längst vergessenen Jugendfreunden wiederfinden. Man fühlt sich hinterher wie ein sehr erfahrener Veloreise-Guru.

Bücher lesen: Wer häufig auf dem Fahrrad unterwegs ist, hat entsprechend weniger Zeit zur Ausübung anderer Hobbies. Im Winter lässt sich dieses Versäumnis nachholen und gleichzeitig der Velo-Entzug mildern. Dazu liest man Bücher und Magazine, die mindestens im Entfernten mit dem Velo zu tun haben. In diesem Blog sind immer wieder mal Tipps dazu erschienen, zum Beispiel hier, hier, da oder, ja, natürlich, dort.

Magazine lesen: Das wird ja immer schwieriger, wenn man sich nicht mit den Hochglanz-Werbepostillen der Mainstream-Sportindustrie à la Bike und Tour begnügen will. Unter uns: Wie muss man eigentlich ticken, um Produktetests als unterhaltsame Lektüre wahrzunehmen? (Ausser man ist gerade dabei, sich ein neues Rad zuzulegen, aber wie oft ist man schon in dieser beneidenswerten Lage?) Das deutsche Heft fahrstil ist eine der guten verbliebenen Möglichkeiten.

Filme gucken: Es gibt ja so viele Filme, in denen das Velo Protagonist, Statist oder wenigstens Kulisse ist! Spielfime hat das velojournal verdankenswerter Weise zusammengestellt. Auf Portalen wie vimeo finden sich wunderbare kurze Filme zumThema, wenn man etwas Fantasie bei der Wahl des Suchbegriffes hat. So wie diese Perle hier.

Und manchmal hat man einfach Glück, und auf einen Schlag wird, was von der velofreien Zeit noch vor einem liegt, zu kurz. So geschehen, als ich in Abwandlung von Vorschlag drei meine Festplatte nach dem Stichwort „velo“ durchsuchte. Ich stiess auf den Ordner „The Ride Magazine“, und darin befanden sich die pdf-Dateien der Nummern 1 bis 7 dieses Kulturheftes mit seiner unglaublichen Fülle an Themen, Autoren und Illustrationen, das es seit dem annus horribilis 2016 nicht mehr gibt. Erst wenige Tage zuvor hatte ich eine Nummer herunterladen und als als Lektüre für die bevorstehenden Skiferien ausdrucken wollen, bloss waren die Dateien nicht mehr verfügbar. Und dann, wieder einmal, war alles schon vorhanden, wonach ich suchte! Und weil wir bei velopflock fest an den Sharing-Gedanken glauben, überlassen wir euch eine Nummer zum Download (Achtung, 28 Megabyite schwer). Viel Spass damit! (Und jetzt ist endlich auch der Titel dieses Posts verständlich, oder?)

(Beitragsbild: Cover The Ride Magazine issue 6)

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